Durchbruch: Ehrenamtlicher Fahrdienst jetzt kostendeckend möglich

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Durchbruch: Ehrenamtlicher Fahrdienst jetzt kostendeckend möglich

 

Ein gut funktionierender ehrenamtlicher Fahrdienst ist für den Erhalt der Mobilität älter werdender Menschen auf dem Land von großer Bedeutung. Daher setzte sich der Landkreis Ostallgäu seit 2011 für eine angemessene Aufwandsentschädigung bei den ehrenamtlichen Fahrern ein. Seit kurzem sind bei ehrenamtlichen Fahrdiensten bis zu 25 Cent pro Kilometer möglich.

 

Wer sein privates Fahrzeug für einen ehrenamtlichen Fahrdienst in bürgerschaftlich engagierten Nachbarschaftshilfen und Seniorengenossenschaften einsetzt, kann jetzt von seinem Fahrgast oder seinem Auftraggeber eine Aufwandsentschädigung von bis zu 25 Cent pro Kilometer erhalten, ohne dass er unter die Genehmigungspflicht des Personenbeförderungsgesetzes fällt. „Durch diese neue Regelung dürften sich die Attraktivität und die Bereitschaft für einen ehrenamtlichen Fahrdienst, aber auch die Verkehrssicherheit stark erhöhen“, sagt Landrätin Maria Rita Zinnecker. Älteren Senioren, die nicht mehr selbst in die Stadt fahren wollen, kann damit eine zuverlässige und bezahlbare Alternative zum Einsatz ihres eigenen Autos angeboten werden.

 

„Die jetzige Aufwandentschädigung klingt selbstverständlich“, erklärt Alexander Zoller, Leiter des Sachgebiets Soziale Entwicklung beim Landratsamt Ostallgäu, „aber in Wahrheit ist es ein langer Weg dorthin gewesen.“ Als Zoller sich 2010 mit dem Thema ehrenamtliche Fahrdienste befasste, erkannte er schnell, dass sich dahinter ein Schlüsselthema verbirgt, an dem sich entscheiden wird, ob ältere Menschen tatsächlich auf dem Land wohnen bleiben können oder ob sie dazu gezwungen sind, in eine Stadt mit wohnortnaher Versorgungsstruktur umzuziehen. Dem Fahrgast eines ehrenamtlichen Fahrdienstes war es seinerzeit nicht einmal erlaubt, als Dankeschön eine Tafel Schokolade am Ende der Fahrt zu überreichen. Um entlohnt werden zu können, hätten die ehrenamtlichen Fahrer den Fahrgastbeförderungsschein machen müssen. Eine Situation, die unbefriedigend war und der viele Gespräche und ein umfangreicher Schriftverkehr mit den Kommunalen Spitzenverbänden und den Ministerien folgten. 2012 konnte ein erstes wichtiges Zwischenergebnis erzielt werden. Das Bayerische Verkehrsministerium erkannte eine Aufwandsentschädigung von 10 Cent pro Kilometer als genehmigungsfrei nach dem Personenbeförderungsgesetz an. „Ein guter Zwischenschritt, aber für die Ausübung eines regelmäßigen Fahrdienstes zu wenig“, sagt Zoller. Er setzte seine Gespräche mit den Ministerien fort. Ende 2016 kam mit der Ausnahmeregelung von 25 Cent pro Kilometer für ehrenamtliche Fahrdienste der langersehnte Durchbruch. Ein Ergebnis, das auch Thomas Haltmayr, Leiter des Bürgerservices und zuständig für die Fahrgastbeförderungsscheine im Ostallgäu, freut. Haltmayr begleitete die Bemühungen von Zoller jahrelang: „Damit ist endlich eine Regelung geschaffen worden, die zum einen Rechtssicherheit für die ehrenamtlichen Fahrdienste schafft und zum anderen ihnen eine vernünftige, wirtschaftliche Basis gibt“.

 

Die Ausnahmeregelung für ehrenamtliche Fahrdienste durch bürgerschaftlich engagierte Nachbarschaftshilfen / Seniorengenossenschaften“ ist abrufbar unter www.sozialportal-ostallgaeu.de

Diese kann sinngemäß auf den Asylbereich übertragen werden.

 

Über den Landkreis kann zudem eine günstige Dienstreise-Fahrzeugversicherung für die privat eingesetzten Kraftfahrzeuge der ehrenamtlichen Fahrer abgeschlossen werden. Voraussetzung dafür ist, dass die ehrenamtlichen Fahrer im Auftrag einer Kommune oder einer Nachbarschafshilfe unterwegs sind.

 

Der Landkreis gibt seit 2010 eine Umsetzungsempfehlung für Ehrenamtliche Fahrdienste im Kommunalen Auftrag heraus, die auch bundesweit gefragt ist. Nähere Informationen zu dieser Umsetzungsempfehlung erhalten Sie von der Ostallgäuer Seniorenbeauftragten, Christine Seiz-Göser, Landratsamt Ostallgäu unter 08342 911-475 oder christine.seiz-goeser@lra-oal.bayern.de

By | 2017-01-25T17:19:22+00:00 25. Januar 2017|Bürgerinfo|Kommentare deaktiviert für Durchbruch: Ehrenamtlicher Fahrdienst jetzt kostendeckend möglich

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