Geschichte der Gemeinde EisenbergDas Mittelalter Herrschaftsgeschichte Nach dem gewaltsamen Tod des Stauferkönigs Konradin V. 1268 auf dem Marktplatz von Neapel und der nun fehlenden Zentralgewalt begann im Füssener Raum ein Poker um Macht und Einfluss. Die Beteiligten waren der Herzog von Bayern, der Graf von Tirol und der Bischof von Augsburg. Rechtstitel hatten hier auch die Herren von Schwangau und mehr noch, die Herren von Rettenberg. Letztere besaßen sehr viele Güter in der Gegend zwischen Nesselwang und Seeg. Ihre Nachfolger, die Herren von Hohenegg zu Vilsegg, formten daraus die Herrschaft Eisenberg. Um 1315 erbaute Peter von Hohenegg als Verwaltungsmittelpunkt und Herrschaftssymbol die Burg Eisenberg. Zu tiefgreifenden Differenzen - vor allem wegen der Territorialhoheit und der Gerichtsbarkeit - kam es immer wieder mit dem Bischof von Augsburg, dessen Hochstift Eisenberg geradezu umschloss. Im Jahre 1382 übergab deshalb Bertold von Hohenegg "die vest ze dem Eisenberg" und alles was dazugehörte dem Herzog von Österreich Leopold III. Dabei wurde vereinbart, dass er den Bertold von Hohenegg und alle seine Nachkommen damit belehnen werde. Damit war Österreich - wenigstens theoretisch - Territorialherr, während der Familie von Hohenegg die Grundherrschaft zustand. Als Bertolds Tochter Anna von Hohenegg den Friedrich von Freyberg zu Angelberg heiratete, brachte sie ihm die Burg und die Herrschaft mit in die Ehe. Auch er wurde vertragsgemäß damit belehnt und nannte sich fortan nun "von Freyberg zu Eisenberg". Unter seinen Kindern und Enkeln erfuhr die Herrschaft zweimal eine Teilung. Um 1415 wurde die Herrschaft Hohenfreyberg abgetrennt und 1467 die Herrschaft Hopferau. Sie verblieben bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts im Besitz der jeweiligen freybergischen Familienzweige. Damals erfuhr das Kurfürstentum Bayern nach den Siegen Napoleons über Österreich einen bedeutenden Gebietszuwachs, unter anderem um das ganze östliche Schwaben. Damit sind bis 1805 auch alle drei freybergischen Herrschaften bayerisch geworden. Das letzte grundherrliche Recht, ein Patrimonialgericht in Weizern, verkauften die Freyberg-Eisenberg 1830 an den bayerischen Staat. © Bertold Pölcher Malefiz-Stein Im Juni 2005 wurde der Vorletzter von elf Grenzsteinen aus dem 16. Jahrhundert durch Zufall gefunden. Der jetzt aufgefundene Stein trägt die Nr. 11. Nun fehlt nur noch die Nr. 1. der elf Malefizsteine, die einst die Gerichtbarkeit der Freyberger, den "Blutbann", eingrenzten. Darunter versteht sich die Gerichtsbarkeit über Leben und Tod, die nur für Taten innerhalb dieser Grenzsteine von der Herrschaft erfolgen durfte.
Die Freyberger hatten wohl mit dem Blutbann und der damit verbundenen Gerichtsbarkeit wenig Freude, denn sie tauschten dieses Recht nach geraumer Zeit beim Bischof von Augsburg gegen ein Mitjagdrecht ein und wurden so Nutznießer des reichlichen Wildbestands. |
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