Am 30. April dieses Jah­res endet in der Gemeinde Eisenberg mit dem Ausscheiden von Alfons Stapf als Erster Bürgermeister ei­ne 18-jährige, überaus erfolgreiche Ära. Als Stapf 1996 in die großen Fußstapfen von Vorgänger Anton Linder eintrat, war dies sicher ein sehr mutiger Schritt, doch gelang es ihm, sich schon in Kürze eigenes Profil zu erarbeiten. Der damals 53-Jährige hatte zuvor schon zwei Le­gislaturperioden im Eisenberger Ge­meindeparlament gedient und ver­fügte somit über recht gute Einblicke in die Belange der Burgengemeinde. Durch große Tatkraft, einer gehörigen Portion Mut und beson­nenes Handeln sowie starkes Durchset­zungsvermögen ge­lang es Stapf, die Gemeinde zu­kunftsorientiert voran zu bringen und nach innen wie auch nach außen beispielhaft zu präsentieren. 

Als erste große Aufgabe verwirk­lichte er mit seinem Gemeinderat das neue Rathaus in Eisenberg, das am 8. Okto­ber 2000 eingeweiht werden konnte und längst zum „up to date – Statussymbol“ der Gemeinde geworden ist. Mit star­kem kulturellem Engagement förderte er nicht nur das Vereinsleben in der Bur­gengemeinde, sondern rief 1997 die bis heute gut funktionierenden und verbindenden Eisenberg-Partnerschaf­ten ins Leben. Als großes wirtschaft­liches Plus kann die Schaffung des Gewerbegebiets Osterreuten bezeichnet werden, das Stapf 1997/98 verwirk­lichte und für Eisenberger Unternehmen inzwischen zu großer existenzieller Be­deutung heran gereift ist. Auch Bau­gebiete für Einheimische wurden von ihm 2001/02 und weiter erforderliche Erweiterungen in den Jahren 2006/07 neu geschaffen. Als Vorsitzender des Schulverbandes Ei­senberg/Hopferau gelang ihm 2005 die Schaffung des Kinderhorts an der Grundschule in Speiden. Der Kinder­garten in Zell er­fuhr eine energeti­sche Sanierung und eine Erweiterung, eine Kinderkrippe wurde mit einem schmucken Anbau angegliedert. Die Sanierung der Burgruine Hohen­freyberg wurde mit tatkräftiger Un­terstützung durch die Gemeinde 2008 abgeschlossen und die Schlossberg­alm ist seit 1999 an den Abwasser­kanal nach Füssen an­geschlossen. Die Versorgung der Kommune mit gutem Trinkwasser erforderte im Jahr 2002 und 2012 eine neue Quellfas­sung mit Auswei­sung neuer Schutz­gebiete und einen gerne genutzten Kinderspielplatz in Eisenberg brachte Stapf ebenfalls auf den Weg. Ein­geläutet hat Alfons Stapf auch die Breit­bandversorgung sowie die Dorfer­neuerung Zell, die inzwischen soweit fortgeschritten ist, dass im März dieses Jahres die Pla­nung vergeben werden konnte.

       Geschichte der Gemeinde

Ein ganz besonderes Anliegen war dem langjährigen Bürgermeister die Geschichte der Burgengemeinde. Deshalb beauftrage er im Jahr 2002 Albert Guggemos, die Vergangenheit von Eisenberg zu erkunden und nie­der zu schreiben. Im Oktober 2006 konnte das Buch „Eisenberg im Wan­del der Zeit“, das mit 586 Seiten und 616 Bildern ein großes Nach­schlagwerk der Geschichte Eisen­bergs darstellt, bei einer festli­chen Buchpremiere der interessierten Öf­fentlichkeit vorgestellt werden. Der nun scheidende Bürgermeister hat  mit der Schaffung dieses Buches der Burgengemeinde auch geschichtlich einen immerwäh­renden Dienst erwie­sen.

Trotz all dieser Errungenschaften gelang es in den 18 Jahren, die „Pro-Kopf-Ver­schuldung“ in einem erträg­lichen Rahmen zu halten, was die weitsichtige Arbeit des nun scheiden­den Bürgermeisters eben­falls verdeut­licht. ag.

Bilder: Albert Guggemos 

 

Steckbrief: 

Geboren am 12. Oktober 1942 in Oberdeusch, Volksschule in Zell, Beruf Maurermeister, als Tiefbaumeister an­gestellt bei der Stadt Füssen bis zur Pensionierung, Verheiratet seit 8. No­vember 1975, wohnhaft in Zell, drei Kinder, Seit 1. Mai 1996 Erster  Bür­ger­meister der Gemeinde Eisen­berg, ehrenamtlich. Seit der Wahl zum Ersten Bürgermeister bis heute 1. Vorsitzender vom Schulverband Eisenberg-Hopfe­rau. Erster Schüt­zen­meister von 1986 bis 2007, 1. Vorstand des Vete­ranen- und Solda­tenvereins seit 2005 bis heute.