In Eisenburg kann der Tourist auch historisch erkunden: Im Burgenmuseum ist Geschichte anhand von Exponaten anzusehen. Das entspre­chende Konzept für das Museum wird nun von staatlicher Seite finanziell stark gefördert. Das stärkt den Tourismus und damit die Gemeinde insgesamt, wie Bürgermeister Manfred Kössel auf der Bürgerversammlung belegte.

Eisenberg ist eine sichere Gemeinde. Das bestätigte Füssens stellver-tretender Polizeichef Helmut Mau­cher. Damit dies so bleibt, gab er in seinem Referat umfangreiche Tipps, wie man sich und seine Wohnung vor Einbrechern schützen kann.

Kössel gab erfreut bekannt, dass seine 1282 Ein­wohner starke Kommune mit 64000 Übernachtun­gen beinahe 3,5 Prozent Zuwachs bei den Über­nachtungen verzeichne. Die Gästezahl habe sich sogar um 18 Prozent gesteigert. In den Bereichen Trinkwasser und Kanal muss die Gemeinde Investitionskosten der 25 Kilometer Trinkwasser- und der zehn Kilometer Abwasserleitungen auf die Bürger umlegen. Erfreulich hingegen ist die Zahl der Grundschüler in der von Freyberg-Grundschule, die mit 87 über die Jahre konstant geblieben sei. Im Baugebiet Am Gründle seien vier von acht Plätzen bereits verkauft.

Der Gemeindechef sprach auch die Dorferneuerung in der Zell an, den geplanten Radweg Eisenberg-Zell-Pfronten und das Dorfgemeinschafts-haus. „Wir warten derzeit“, da womöglich später 365000 Euro Förderung möglich wären. Zu den Breit­bandkosten von 912000 Euro bekomme man den hohen 80-prozentigen Zuschuss, somit muss die Kommune nur 187000 Euro berappen. Die Asyl­bewerber würden sehr gut betreut. Für das laufende Jahr kündigte Kössel die Erweiterung des Friedhofs an, die im Herbst dieses Jahres gemacht werden soll.

In seinem Überblick über die Finanzen 2015 der Burgengemeinde verwies Kämmerer Bernhard Gantner auf relativ stattliche Einnahmen aus Gewerbesteuer und den Anteil an der Einkom­menssteuer hin. Insgesamt habe man vom Ver­waltungs- an den Vermögenshaushalt 245000 Euro („Überschuss“) übertragen können. Damit waren nicht nur verschiedene Investitionen bezahlbar. 121000 Euro Zwischenkredit konnten zurückge­zahlt werden und es verblieben noch 91000 Euro, die der Rücklage zugeführt werden konnten. Somit ließ sich die Pro-Kopf-Verschuldung auf 547 Euro verringern. Der Haushalt für 2016 und die Finanz­planung bis 2019 wird demnächst im Rat behandelt werden.

70.000 Euro Förderung durch LEADER:

Erfreuliche Post hatte Mitbürger Dr. Alois Kling auf der Bürger-versammlung für die Burgenge­meinde dabei. Als Leiter des Kemptener Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) ist er auch zuständig für das EU-Förderprogramm LEADER. Das 1985 vom Eisenberger Burgenve­rein eröffnete Burgenmuseum enthält viele Gra­bungsfunde aus der Zeit der Burgensanierung. Ein durchdachtes Konzept war als Voraussetzung für die Förderung mit 70000 Euro zur Attraktivierung nötig. Mittels eines Films soll der Besucher zum Zeitreisenden auf den Burgen gemacht werden, ein Medienraum soll das Angebot abrunden, wodurch ein weiteres Schlechtwetterangebot für die Touristen geschaffen werde.

AELF-Chef Dr. Alois Kling (rechts im Bild) hatte einen dicken Förderscheck über 70000 Euro für Eisenbergs Bürgermeister Manfred Kössel mitge­bracht. Die LEADER-Förderung wird nun zur Attrakti-vierung des Burgenmuseums verwendet.

Wortmeldungen bei der Bürgerversammlung

Günther Pleier:

Wollte wissen: Wie steht’s um den Digitalfunk?

Kössel: Der analoge Funk werde noch Jahre parallel laufen. Zum Abbau liege noch kein Zeitplan vor, wie Feuerwehrkommandant Robert Fritz bestätigte.

Richard Albrecht: Das Drachenköpfle solle man etwas attraktiver machen. Dazu solle man durch Auslichten und Ausholzen die Sicht auf Eisenberg verbessern. Der Bürgermeister sagte Überprüfung zu.

Pleier (nochmals): fragte, ob die Gemeinde nicht eine E-Bike-Ladestation errichten sollte. Kössel wies auf die bereits bestehende private Station in einem Gasthof hin.

Leonhard Friedl (früherer Gemeinderat): möchte nicht, dass der geplante Gehweg von Eisenberg nach Pfronten auf der rechten Seite verläuft. Er regt an, den Weg querfeldein zu legen und hakte mehrmals nach.

Bürgermeister Kössel wies darauf hin, dass ab der Gemeindegrenze die Trasse FFH-Gebiet berühren würde, was kaum akzeptiert würde. Und ohne Lückenschluss gebe es keine Förderung, die aber nötig sei.

Dr. Kling (Gemeinderatsmitglied in Pfronten) erinnerte Friedl daran, dass die 13-Dörfer-Gemeinde sich unlängst in einem Ratsbeschluss für die Trassenführung entlang der Kreisstraße OAL 2 ausgesprochen habe. Laut Kling war Friedl als Zuhörer in der Pfrontener Ratssitzung anwesend.

Versöhnlicher, weil humorvoller letzter Beitrag:

Adalbert Zech begehrte zu wissen, ob denn das Tretbecken und der Barfußpark überhaupt genutzt werden. Schließlich putze seine Frau regelmäßig die Anlage. Spontan rissen etliche Mitbürger unter Gelächter die Hände in die Höhe und versöhnten damit den Fragesteller.