Die letzte Bilanz des scheidenden Bürgermeisters fiel hervorragend aus

Es war die letzte Bürgerversammlung in seiner 18 Jahre währenden Amtszeit als Bürgermeister der Burgengemeinde und es wurde flächendeckend sichtbar, dass Alfons Stapf seinem Nachfolger das „Haus“ in allerbestem und geordnetem Zustand übergeben kann. Der hervorragende Besuch der Versammlung im randvollen Bärensaal fühlte sich für Stapf wie ein herzliches Dankeschön der Bürger an, wofür er sich auch sichtlich erfreut bedankte

Dann begann Stapf seinen Rückblick auf das Jahr 2013 zunächst mit statistischen Zahlen. Im Gemeindegebiet mit seinen 1364 ha leben 1265 Bürger/innen. Davon 1189 mit Hauptwohnsitz und 76 mit Nebenwohnsitz im Gemeindegebiet. Es gab 2013 elf Geburten, sechs Eheschließungen und 12 Sterbefälle. Die Schü-lerzahl lag bei 98 Schülern. 16 Gemeinderatssitzungen fanden statt in denen 16 Bauanträge bearbeitet wurden. (Vorjahr 15)

Der Tourismus kann positive Zahlen vermelden, sie werden am 29. April nach der Touristikver­sammlung detailliert bekannt gegeben. Stapf hob die besonders Bedeutung dieser Sparte für die Gemeinde hervor. Der Bürgermeister dankte den Touristikern und ganz besonders Cheforganisator Manfred Kössel für die Durchführung des überaus erfolgreichen Ritterspektakels.

Die Gemeinde ist bemüht, die Poststelle für Einheimische und Gäste zu erhalten, und dies trotz des geringen Geldbetrages, den die Gemein­de aus dem Verkauf von Briefmarken im Wert von 33.374 Euro bekommen hat. Dies waren gerade mal 1245,58 Euro. Der Abholservice für Pakete habe sich bewährt und werde fortgeführt. 

Die Grundschule Eisenberg konnte im vergange­nen Sommer auf 20 erfolgreiche Jahre zurück blicken. Aus diesem Anlass wurde am 20 Juli groß gefeiert, zuvor wurde die Außenfassade von Schule und Mehrzweckhalle saniert und mit neuem Anstrich versehen. Der angebaute Kinder­hort wird von Schul- wie auch von Kindergarten­kindern gerne und gut angenommen. Im kom­menden Schuljahr sind es 22 Kinder, die das angebotene Mittagessen und die Hausaufgaben­be­treuung in Anspruch nehmen.

Am Kindergarten und an der Kinderkrippe in Zell konnten alle Baumaßnahmen abgeschlossen werden. Die Räumlichkeiten wie auch das Ge-bäude und die Außenanlagen strahlen, so der Bürgermeister nicht ohne Stolz. Die Kinderkrippe war 2013 mit 13 Kindern voll ausgelastet, mit­tlerweile ist sie mit 8 Kindern belegt. Momentan sind noch drei Kindergartenplätze frei.

Auf der Burgruine Eisenberg wurde die alte D1-Netz-Antenne mit dem ungeliebten Blechkanal an der hohen Nordwand abgebaut. Für sie konnte nach mehreren Ortsterminen ein neuer Standort gefunden werden. Eine senkrechte Kabelführung mit grauen, Mauer farbenen Kabeln, ohne Ver­kleidung erwies sich für alle Verantwortlichen als die richtige Lösung, sie konnte jedoch im Herbst nicht mehr verwirklicht werde.

Die Straßen im Wohnbaugebiet „Nördlich Pröbs­ten“ sind fertig gestellt. Alle Bauplätze sind verkauft, drei Plätze sind noch nicht bebaut. Es herrscht weiter Nachfrage nach Bauplätzen, nur landwirtschaftliche Fläche für Bauland ist noch nicht verfügbar.

Die Trinkwasserversorgung der gesamten Ge­mein­de funktioniert sehr gut. Leider treten in den inzwischen 40 Jahre alten Gussleitungen immer wieder Leckstellen auf, was hohen Wasserver­brauch und langes Suchen nach den Leckstellen zur Folge hat. Insgesamt wurden 2013 96.418 cbm Wasser verbraucht.

Die Ausrüstung der Feuerwehr wurde im letzten Jahr um eine Wärmebildkamera erweitert. Stapf sprach den Aktiven für alle Einsätze, bei Brandfällen oder bei Ordnungsdiensten seinen großen Dank aus.

Eine ganze Reihe von Straßen- und Wegebau-Instandsetzungen begleiteten das Jahr 2013. Dazu kam die Anlegung eines neuen Wanderweges vom Baugebiet Eisenberg zum Reisweg, der zur Schlossbergalm führt.

Durch eingegangene Widersprüche sei das Verfahren zur Dorferneuerung und Flurneuord­nung erheblich verzögert worden, bedauerte der Bürgermeister. Bei mehreren Sitzungen der Vorstandschaft wurden der zeitliche Rahmen, die Kostenverteilung und die Planungsaufträge besprochen. Im letzten Monat konnte die Planung vergeben werden. 

 Aufgaben in naher Zukunft:

Vorrangig soll die Dorfstraße in Zell in Angriff genommen werden. Eine neue Spritzdecke soll auf den Weg von Zell nach Unterdolden aufge­bracht werden. Auf der Straße nach Unterreuten soll im Waldbereich eine neue Asphaltschicht aufgetragen werden und im Kanalnetz in Zell sind erhebliche Reparaturarbeiten notwendig. Schließlich soll schon bald ein Barfußweg am Tretbecken nahe Unterdolden entstehen.

Nach dem Bürgermeister sprach Kämmerer Bernhard Gantner über die Finanzen der Gemeinde und konnte nur Erfreuliches berichten. Gestiegene Steuereinnahmen verbesserten die Gesamtsituation der Gemeinde. So konnten die Gsamt-Schulden um 105.312 Euro auf 1.045.462  Euro verringert werden. Die Pro-Kopf-Verschul­dung sank auf 890 Euro und soll bis 2016 auf 723 Euro sinken.

Nach mehreren Verbesserungsvorschlägen einiger Bürger schloss Stapf die Bürgerversammlung. Der scheidende Bürgermeister dankte allen Anwesenden für ihr Kommen, seinen Gemein­deräten und allen Angestellten für die harmo­nische und gute Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen. 

 Energiekonzept vorgestellt

 Vor Beginn der Bürgerversammlung wurde das nun erarbeitete Energiekonzept vorgestellt, das vom Ingenieurbüro Knecht aus-gearbeitet wurde. Vorgestellt wurde es von Ingenieur Johannes Rougk, der den Bedarf sowie die Möglichkeiten von Energie-einsparungen an der Leinwand mit Bildern und Tabellen darlegte.

Zustande gekommen waren die  Ener­giewerte, nachdem im letzten Jahr ein diesbezüglicher Fragebogen an alle Haushalte der Burgengemeinde verschickt wurde. Von über 500 ver-schickten Bögen kamen 128 ausgefüllt zurück. Johannes Rougk zeigte sich damit sehr zufrieden, die Zahl liege im Durchschnitt und habe eine gute Grundlage ergeben. Anhand der Ergebnisse und etlicher Befragungen wurde in mehreren Treffen mit dem Arbeitskreis und Vertretern des Ingen­ieurbüros Knecht recherchiert und die Rahmen­daten ermittelt. Hier seien einige Ergebnisse aufgeführt. Der Größte CO2 Verursacher in Eisenberg ist das Heizöl, gefolgt vom Mobilen Individualverkehr, sprich den Abgasen der Autos. Die PV Anlagen in Eisenberg produzieren  knapp die Hälfte des Strombedarfs der ganzen Gemein­de, was die Anwesenden überraschte. Die Ge­meinde benötigte im Jahr 2012 rund 4.000 MWh Strom. Die PV Anlagen produzierten rund 2.000 MWh. Das Fazit der Bürgerbefragung: Positive Stimmung zu Nahwärme, Photovoltaik, Gülle-Biogas-anlagen, Wasserkraft, Energetischer Ge­bäudesanierung und  Windenergie. Eine klare Be­reitschaft zur energetischen Gebäudesanierung ist da. Viel Potential bietet auch die Photovoltaik. Auf den Dächern ist noch genug Platz um mehr als das dreifache an PV Strom erzeugen zu können (7.000 MWh pro Jahr) Es existiert ein günstiger Standort für Windkraftanlagen, nahe des Schweinegger Weihers. Mittels einer Foto­montage, auf der das konkrete Vorhaben zu sehen ist, soll die Meinung der Bevölkerung dazu  abgefragt werden.

Rougk stellte auch einen Maßnahmenkatalog für künftige Baugebiete vor, um den Bau von Passivhäusern attraktiver zu machen. Am Ende der Ausführungen von Rougk sprach auch noch Dipl. Ingenieur Bruno Danetiu vom „Amt für ländliche Entwicklung“ in Krumbach zu der Versammlung. Er klärte darüber auf, welche Maßnahmen im Rahmen des Energiekon-zepts förderfähig seien. Zum Teil seien bis zu 75 Prozent an Zuschüssen möglich.