Trotz des herrlichen Sommerabends war die Bür­gerversammlung 2019 in der Eisenberger Mehr­zweckhalle ordentlich besucht. Bürgermeister Man­fred Kössel und VG-Kämmerer Armin Ott legten Rechenschaft über das verflossene Jahr ab und konnten durchwegs gute Ergebnisse präsentieren. Und auch an der neu zu gründenden Nachbar­schaftshilfe, die von Dr. Markus Brenner vorgestellt wurde, zeigten die Besucher reges Interesse. Vieler­lei aufschlussreiche Informationen konnten gesam­melt und Fragen gestellt werden.

Bürgermeister Kössel eröffnete die Bürgerver­sammlung mit Grußworten und bat gleich zu Be­ginn Dr. Markus Brenner ans Rednerpult. Brenner verwies auf die Tatsache, dass nachbarschaftliche Strukturen, die in früherer Zeit selbstverständlich waren, immer mehr verschwinden und deshalb Grund zum Handeln bestehe. Elf Bürger der Gemeinde haben sich hier zusammen gefunden und wollen den Gedanken der Nachbarschaftlichen Hilfe in die Tat umsetzen. Die neue Vereinigung hilfsbereiter Menschen solle jedoch nicht als Verein geführt werden, sondern solle Menschen zusammen führen die anderen, Hilfe Bedürftigen unterstützend und helfend zur Seite stehen. Dies können Personen aller Altersklassen sein, jeder müsse selbst entschei­den, auf welchem Gebiet er helfen könne. Als Beispiele nannte Brenner Fahrdienste zum Einkau­fen oder zum Arzt, Hilfe im Garten oder bei Behördengängen oder Schreibarbeiten und Kran­kenbesuche. Auch Unterstützung am PC sei denk­bar. Träger dieser Gemeinschaft soll die weltliche Gemeinde sein, die in solchen Fällen dann auch für den üblichen Versicherungsschutz birgt. Endgültige Klarheit über den Aufbau diese Nachbarschaftshilfe gab es am Donnerstag, den 11. Juli um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Zell.

Bürgermeister Manfred Kössel präsentierte zu Beginn Statistische Zahlen. Alle Angaben konnten von den Besuchern per Beamer an der Wand mitverfolgt werden. Der Einwohnerstand betrug am 1. Juni 2019 1270 Personen wovon 1197 Personen den Hauptwohnsitz in der Burgengemeinde haben. Es gab im Jahr 2018 70 Zuzüge und 74 Wegzüge. Geburten und Sterbefälle hielten sich mit genau elf die Waage und es gab zwölf Eheschließungen.

Bei den Übernachtungen gab es ein plus von 626 oder 0,9 Prozent. Es waren 66.088 Übernachtungen. Die Aufenthaltsdauer betrug 2018 4,3 Tage, was eine kleine Steigerung bedeutet. 576 Gäste kamen aus dem Ausland. Fremdenverkehrsbeitrag 0.50 Euro und Kurbeitrag 0,80 Euro blieben unverändert.

Sehr positiv bewertete Kössel die Eisenberger Tage in der Pfalz, wo wir sehr freundlich betreut wurden und der halbstündige heitere Beitrag von Klement Nigg und Albert Guggemos beste Ressonanz fand.

Seit dem 15. März leitet Frau Monique Forcher-Hermsen die Koordination der Burgenregion. An der Burgenkonferenz, die am 7. Mai in Mindelheim stattfand, konnte auch Manfred Kössel Erfahrungen sammeln. Als sehr bedeutenden Tag für die Burgen­gemeinde erwähnte Kössel den 10. März, den Tag der Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses. Auch die Einweihung des neuen Radweges am 26. März nannte der Bürgermeister einen bedeutenden Meilenstein, weil hier eine Lücke geschlossen wur­de und die Sicherheit für die Radler erheblich verbessert werden konnte.

Mit Wilhelm Friedl und Josef Mayr konnte die Gemeinde wieder zwei Feldgeschworene gewinnen, die in diese Aufgabe bereits Erfahrungen einfließen lassen können. Nicht immer zufriedenstellend sei die Zusammenarbeit mit den Firmen beim Gaslei­tungsbau verlaufen, doch nach Unstimmigkeiten seitens der Firma Erdgas Schwaben konnten befrie­digende Lösungen vorgelegt werden.

Die „von Freyberg-Grundschule“ konnte am 24. Mai ihr 25-jähriges, erfolgreiches Bestehen bege­hen, das mit vielerlei bunten Darbietungen der Schüler in gepflegter Atmosphäre gefeiert wurde. Großes Lob zollte der Bürgermeister in seinem Jahresrückblick den Leitern vom Kinderhort „Miteinander“ in Speiden sowie dem Kindergarten und Kinderkrippe in Zell, wo 2018/19 26 Kin­dergartenkinder und 14 Krippenkinder und im Jahr 2019/20 27 Kindergartenkinder und 17 Krippen­kinder betreut und vorzüglich versorgt würden. Er dankte hier ganz besonders für das große Enga­gement mit vielerlei schönen und heiteren Veran­staltungen. Breiten Raum nahmen verständlicher Weise die Bauarbeiten in der Dorfstraße in Zell ein. Der Verlauf dieser großen Baumaßnahmen wurde vom leitenden Landschafts-Architekt Conny Win­tergerst sehr ausführlich und verständlich darge­stellt. Dass es hier wegen der vielen Leitungen im Boden von Wasser, Abwasser bis zu Telefon­leitungen und vielem mehr immense Probleme zu bewältigen gab, wurde hier jedem klar. Dazu kamen Felsbrocken, die selbst den großen Baggern echte Probleme bereitet haben. Doch trotz aller Hinder­nisse zeigten die allermeisten Anlieger großes Verständnis, sagte Wintergerst, für das er sehr dankbar sei. Nun sei die Arbeit sehr weit voran geschritten, sodass Ende Juli oder Anfang August die erste grobe Teerdecke aufgetragen werden kön­ne. Erst dann werde mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen. Das Ende der gesamten Maßnahme könne auf Mai 2020 festgelegt werden.

Dass nun auch die sehr gelungene Friedhofs­erweiterung abgeschlossen werden konnte, erfülle ihn mit großer Genugtuung sagte Kössel und stellte dabei die neuen Grabgebühren vor, da die Fried­hofsverwaltung am 1. Januar 2019 von der Pfarrei an die weltliche Gemeinde übergegangen ist. Am Ende bedankte sich der Bürgermeister bei allen, die mithelfen, dass das Gemeindeleben bei uns so gut funktioniere. Dieser Dank galt insbesondere den Vereinen und allen im Ehrenamt tätigen. Denn ohne ihre freiwillige Mitarbeit würde vieles nicht funk­tionieren.

Die Finanzen sind in geordneten Bahnen

Die finanzielle Situation in der Burgengemeinde Eisenberg befindet sich nach den Worten vom Kämmerer der Verwaltungsgememeinschaft Seeg, Armin Ott in geordneten Verhältnissen, wenn auch die Schulden wegen der vielfachen Bauaktivitäten angestiegen sind. Aufgrund guter wirtschaftlicher Entwicklung und dadurch erhöhter Steuerkraft sind auch die Einnahmen gestiegen. So erbrachte im Jahr 2018 die Allgemeine Finanzwirtschaft im Verwal­tungshaushalt Einnahmen von insgesamt 1.703.016 Euro. Die größten Posten waren hier die Gewerbe­steuer mit 393.191 Euro, die Schlüsselzuweisung mit 313.208 Euro, der Anteil an Lohn- und Einkom­menssteuer mit 620.482 Euro und die Grundsteuer B mit 152.752 Euro, um die wichtigsten Posten zu nennen.

Bei Ausgaben für die Kreisumlage von 498.798 Euro, VGm-Umlage von 119.180 Euro, Gewerbe­steuerumlage 97.334 Euro, Zinsen 22.307 Euro ergab sich ein Saldo von 965.397 Euro. Diese Ergebnisse erlaubten eine Zuführung vom Verwal­tungshaushalt zum Vermögenshaushalt von 546.801 Euro. Aufgrund der vielseitigen Bautätigkeiten in der Gemeinde stiegen die Schulden von 875.585 Euro auf 1.336.516 Euro an.

Dadurch stieg die Pro-Kopf-Verschuldung im Rechnungsjahr 2018 von 742 Euro am 01. 01. 2018 auf 1136 Euro zum 31. 12. 2018. Gleichzeitig gibt es aber auch eine Rücklage von 364.659 Euro, was pro Einwohner 310 Euro ergibt. Mit diesen Zahlen könne die Gemeinde Eisenberg gut leben, sagte Kämmerer Armin Ott, der nach seinem Bericht kei­nerlei Fragen beantworten musste.