Eine Jahrhunderte alte Tradition wird in der Gemeinde Eisenberg am Pfingst-Dienstag ge­pflegt. Dies ist der alljährliche Wallfahrtsgang zum „Wankar Berg“. Es handelt sich hier aber um keinen kirchlichen Brauch, wie dies vielfach angenommen wird. Die Wallfahrt ist eine rein private Angelegenheit. Sie geht mit großer Sicherheit auf eine Pocken ähnliche Krankheit oder Seuche zurück, die sich „Schwarze Blattern“ nannte. In den Protokollen der Herrschaft von Eisenberg steht zu lesen, dass  im Jahr 1684 in unserer Gegend eine hitzige Krankheit herrschte, der sehr viele Menschen zum Opfer fielen. Aus dieser Not heraus entstanden mit ziemlicher Sicherheit die Wallfahrten nach Maria Rain und Maria Trost schon gegen Ende des 17. Jahr­hunderts. Sie werden auch in den Nachbar-gemeinden Seeg und Hopferau bis heute durchge­führt. (Genaue Beschreibung siehe im Buch: „Eisenberg im Wandel der Zeit“ Seite 536)

Heuer fand die Wallfahrt bei strahlendem Son-nenschein statt. Leider war die Beteiligung nicht so stark wie in den Vorjahren, wohl auch wegen der Ferien, weil viele Eltern verreist waren. Mit guter Beteiligung aus Schweinegg und Ober­dolden kamen am Ende immerhin noch 26 Personen zusammen. Nach einer besinnlichen Anbetung und zwei Liedern in Maria Rain begab sich die Gruppe wieder betend nach Nesselwang, wo im Gasthof Hasen für alle sehr zufrieden­stellend zu Mittag gegessen wurde. Um 12 Uhr brach die Gruppe auf nach Maria Trost. An den 14 Stationen wurde der Kreuzweg und beim Laufen der Schmerzhafte Rosenkranz gebetet. Gegen 13,15 Uhr kamen die Wallfahrer in Maria Trost an. In der schönen Marienkapelle wurde eine Marienandacht gebetet und zwei Marien­lieder gesungen. Hier endete wie alle Jahre das Beten und jeder trat den Weg Richtung Nessel­wang an, wo die abgekämpften Wanderer von den Angehörigen abgeholt wurden.

Dieser Bericht soll auch die Bürger der Gemeinde Eisenberg animieren, diesen schönen Brauch in Zukunft  weiter zu pflegen und zahlreich daran teilzunehmen. Es wäre schön, wenn in den kom­menden Jahren ein Jüngerer oder eine Jüngere die Abwicklung der Wallfahrt übernehmen würde. In früheren Jahren tat dies nach Johann Kössel (Schmieds Hans) der Lehrer Josef Brenner aus Zell, nach seinem Tod hat es Josef Holdschick mit großem Engagement weitergeführt. Als dieser nach Füssen zog, übernahm es Albert Guggemos, der aber inzwischen in die Jahre gekommen ist und gerne einen Nachfolger präsentieren würde.

Die Bilder zeigen die Wallfahrergruppe beim Wegkreuz in Oberdolden, vor der Kirche in Maria Rain und einmal einige Männer beim Rasten.