Der Zeller Viehscheid wird kleiner und nicht ganz so aufwendig wie in vielen Nachbarorten begangen. Doch hier gehts besonders gemütlich und heimelig zu und die Besucher sind rundum begeistert. Diese Meinung vertrat kein Gerin-gerer als Bundestagsab­geordneter Stephan Stracke und erntete dabei spon­tan festen Applaus. Nach fünf Jahren Sonnenschein am Viehscheidtag gab es heuer erstmals wieder Re­gen, doch die Alm- und Weidegenossenschaft und die Musikkapelle als gemeinsame Veranstalter rea­gierten goldrichtig und haben neben dem Bärenzelt durchgehend zwei weitere Zelte angebaut. So konnte der Regen, der übrigens gegen Mittag nachließ, dem fröhlichen Feiern nichts anhaben.

Gegen halb elf wurden die zwei Kranzrinder, geführt von Seppi und Michael Gast am Dorfbrunnen von der Musikkapelle Eisenberg abgeholt und mit Marschmusik zum Scheidplatz geleitet. Trotz des Regens säumten viele Zuschauer die Dorfstraße, bevor sie sich in die Zelte begaben. Dann folgte die Herde von über 70 Schumpen, von vielen Treibern in Schach gehalten und stürmte im Laufschritt über die Straße in “Nuschls Viehweid”, wo sie bis zur Heimholung am Abend verblieben. Nun füllten sich die Zelte im Nu und die Musikkapelle Eisenberg unter der bewährten Leitung von Markus Brenner unterhielt das Viehscheid-Publikum großar-tig. Ach Ansager Thomas Heiserer kam mit vielerlei heiteren Episoden bei den Gästen bestens an. Zur Mittagszeit genossen die Besucher die fein zubereiteten Vieh­scheid-Schmankerln der Bärenküche und am Nach­mittag gingen die feinen Kuchen buchstäblich weg wie die warmen Semmeln.

Ehrung für Martin Kössel Nachdem Bürgermeister Manfred Kössel zum Zeller Viehscheid die Besu­cher willkom-men geheißen hatte, er durfte auch mehrere namhafte Persönlichkeiten begrüßen, sprach Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke und fand großes Lob für den Alphirten Josef Gast und den neuen Alpmeister Ludwig Brenner. Viehscheide, sagte Stracke, seien bedeutende Werbefaktoren, er nannte das Allgäu aufgrund der gesunden Alpwirt­schaft ein Kronjuwel Bayerns. Auf die aktuellen Probleme der Landwirtschaft eingehend erinnerte er an die große Macht der Verbraucher. Schaut beim Einkauf hin wo die Produkte herkommen appellierte er leidenschaftlich, denn so unterstützt ihr unsere Region. Nun überraschte Stracke Martin Kössel, der den Posten des Alpmeisters 27 Jahre zur Zufrie­denheit aller bewältigt hatte. Für seine gute Arbeit, die im Sommer immer fast ein Vollzeitjop gewesen sei, überreichte er dem grundsätzlich immer fröhli­chen “Hauptkössel” eine mächtige Kuhschelle, die der Geehrte fast gerührt entgegen nahm. Bürger­meister Manfred Kössel würdigte sein langjähriges Wirken im Ehrenamt mit der “Eisenberger Uhr”. Nun wurde in heiterer Manier bis zum Abend ge­feiert, wo nicht nur die Besucher, sondern auch das Jungvieh zufrieden heimkehren konnte.