Thema I Kiesabbau

Zur letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2019 hatten sich in Eisenberg so viele Zuhörer einge­funden wie kaum einmal zuvor. Denn es ging in Punkt I um den beantragten Kiesabbau der Fa. Heer, dem sich die Bürger von Unterreuten vehement und geschlossen entgegen stellen. Bürgermeister Man­fred Kössel hatte zunächst die Rechtslage ausführ­lich erklärt und nochmals betont, dass die Gemein­de hier nur eine Stellungnahme abgeben soll, das Entscheidungsrecht liege beim Landkreis Ostallgäu sowie bei der Unteren Abgrabungsbehörde. Inzwi­schen, so Kössel, liege ein formeller Abbau-Antrag der Fa. Heer vor.

Nachdem bei der letzten Sitzung des Gemeinderats zwar Bedenken einiger Unterreutener Bürger zur Sprache kamen, gab die Gemeinde eine positive Stellungnahme ab. Nun wurden sich diese betrof­fenen Bürger der gewaltigen Einschnitte in die Landschaft bewusst und sie stellen sich gemeinsam gegen das Projekt. Hauptargument sei die Tatsache, dass nur eine schmale, nicht für den LKW Verkehr ausgebaute Straße für den Abtransport zur Verfü­gung stehe. Ein weiterer schwer wiegender Punkt sei die Tatsache, dass diese Straße direkt am Sportplatz des TSV Eisenberg-Hopferau mit stark frecuentiertem Skatplatz vorbeiführe, wo Fußball­spiele, viele Trainingsstunden und sehr viele Zu­schauer durch den LKW Verkehr stark gefährdet wären. Gemeinderat Thomas Fritsch nannte es au­ßerdem einen unverantwortlichen Eingriff in die Landschaft und bezweifelte, dass nach sieben Jahren alles zurück gebaut sei. Dieser Meinung schlossen sich weitere Räte an. Nun entschied Bürgermeister Manfred Kössel, dass der Antrag zurückgestellt und vertagt wird. Nun solle mögli­chst bald eine Ortsbesichtigung stattfinden, zu der Frau Hummel als die zuständige Fachleiterin beim Landratsamt hinzu gezogen werden soll. Dazu verfasste der Gemeinderat folgendes Schreiben ans Landratsamt:

Die Gemeinde Eisenberg spricht sich gegen einen geplante Kiesabbau durch die Fa. Heer auf den Flurnummern 1413, 1415, 1419 und 1419/5 aus. Eine ausreichende Erschließung über die Gemein­deverbindungsstraße zur Staatsstraße 2008 ist nicht vorhanden. Die Verbindungsstraße ist für einen permanenten Schwerlastverkehr nicht geeignet, wie zwischenzeitlich Rückmeldungen von Anliegern ergeben haben. Außerdem gefährdet der Schwerlast­verkehr den Sportbetrieb und die Besucher auf dem Sportplatz. Dieser ablehnende Beschluss wurde ohne Gegenstimme verabschiedet. Somit ist der Antrag auf Kiesabbau vom Gemeinderat abgelehnt.

Punkt II Jahresrückblick

In seinem Jahresrückblick konnte Bürgermeister Manfred Kössel von einen sehr arbeitsreichen Jahr mit vielerlei gut bewältigten Maßnahmen berichten. Bei 17 Gemeinderatssitzungen war das Gremium immer wieder zu Entscheidungen gefordert. So wurden 20 Bauanträge behandelt, darunter die Er­richtung einer großen Halle im Gewerbegebiet Os­terreuten-West. Der Radweg nach Pfronten konnte eröffnet werden, ebenso das Dorfgemeinschaftshaus in Zell, das allgemeine Achtung erfahre und gut genützt werde. Der Gasleitungsbau konnte mit Ausnahme von Speiden abgeschlossen werden. Im Rathaus wurde die reparaturanfällige Heizung auf Gas umgestellt, die nun hervorragend und nicht mehr überdimensioniert arbeitet. Besonders lobens­wert sei das Zustandekommen der Vereinigung, „Mir helfet zemed“, was schon gut in Anspruch genommen werde und den guten Geist unter den Bürgern mit Taten zum Ausdruck bringe. Ein Stadelbrand am 13. Oktober sei auch zu vermelden, dessen Schutt nun abgetragen werden könne. Nun folgten herzliche Dankesworte des Bürgermeisters, insbesondere an die zuverlässige Mannschaft des Bauhofs, seine Mitarbeiterinnen im Rathaus, seinem Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit sowie an alle Bürger, die sich in irgend einer Weise für das Gemeinwohl zur Verfügung stellen. Die stellvertre­tende Bürgermeisterin Eva Schabel dankte namens des Gemeinderats Manfred Kössel für die allzeit harmonische und konstruktive Zusammenarbeit und wünsche wie Kössel gesunde und erbauende Weih­nachtsfeiertage.