Die Überraschung ist bestens gelungen. Mesnerin Genovefa Sommer, geb. Hipp, verstand erst nach und nach, dass zum Erntedankfest für sie ein ganz besonders feierlicher Gottesdienst zelebriert und sie für 60 Jahre Mesnerdienst geehrt wird. Die Musikkapelle, der Kirchenchor, Kirchenverwal­tung und Pfarrgemeinderat mit den Fahnenabord­nungen gestalteten die liebevoll vorbereitete Ehrung. Mit der festlichen Messe von Wolfram Menschick des Kirchenchors Zell wurde der festliche Reigen eingeleitet und die Mesnerin verstand erst, als sie vom Pfarrer aus der Sa-kristei geholt und auf einen Ehrenplatz geleitet wurde, dass dies zu ihrer Ehre geschieht. Nach der Kommunion fand sich dann auch noch die Musikkapelle in der Pfarrkirche ein. Dann wurde die beliebte Mesnerin in einer sehr warmherzigen und tief beeindruckenden Feier für ihren treuen und aufopferungsvollen Mesnerdienst mit Ehrungen geradezu überhäuft.

 Schon in der Predigt ging Pfarrer Dariusz Niklewicz auf das segensreiche Wirken der Mesnerin ein und bezog sich zum Erntedankfest passend auf das Danken. Das Danken sei der Anfang vom Beten und wenn wir den so großartig mit Früchten bestückten Altar betrachten, dann gilt unser Dank neben dem Schöpfer heute ganz besonders unserer Mesnerin „Vef“, die dies alles so liebevoll gestaltet, sagte der Geistliche anerkennend. Als er vor 16 Jahren nach Zell kam, habe sich ihm eine  Mesnerin vorgestellt, die sagt was sie denkt. Diese selbstsichere Bestimmtheit habe sich für beide Seiten großartig bewährt. Die Vef sei der ruhende Pol in der Sakristei und werde nicht nur von ihm, sondern auch von allen Mini­stranten und allen Pfarrkindern hoch geschätzt und geliebt.

Nach dem Pfarrer ergriff Karl Müller vom Mesnerverband der Diözese Augsburg das Wort. Er nannte das Arbeiten als Mesner einen Dienst für Menschen und für Gott, dessen Fundament im tiefen Glauben und der Liebe zu Gott verankert sei. Er überreichte eine wertvolle Ehren-Urkunde und die Goldene Verdienstnadel der Diözese Augsburg. Kirchenpfleger Peter Grössel würdigte die ehrenamtliche „Lebensleistung“ der Mesnerin mit beeindruckenden Worten, die im Gotteshaus und ganz besonders im schönen Zeller Friedhof sichtbar sei und nannte die Vef das kirchliche „Kommunikationszentrum“. Worte höchsten Lobs gab es auch von der Vorsitzenden des Pfarrgeme­inderats Christine Zweng und von Bürgermeister Manfred Kössel. Er überreichte der Mesnerin eine schöne Laterne, denn es ist ja oft schon Nacht, wenn die Vef von der Kirche den Heimweg antritt. Mundartdichter Albert Guggemos hatte dann in einem heiteren Gedicht das 60-jährige Wirken von „Hippe Vef“  auf sehr anerkennende Art und Weise geschildert.

Die große Wertschätzung für die „Chefin in der Sakristei“ verdeutlichten die  Ministranten   mit einem lustigen Singspiel, das in Form eines Musicals mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Hier wurden kleine Schwächen und heitere Begebenheiten humorvoll dargestellt, da­nach überreichten alle der Vef eine Rose, was die Geehrte zu Tränen der Rührung bewegte. Nach einem riesengroßen Applaus wurde die überra­schende Ehrung noch zu den Klängen der Musikkapelle bei herrlichem Sonnenschein vor dem Pfarrhof mit Sekt begossen.   

 Das Mesneramt hat im Hause Hipp eine über 100-jährige Tradition, wahrschein­lich währt sie sogar schon seit dem Jahr 1823. Schon der Vater von Genovefa, Josef Hipp mit Frau Barbara und sein Vater hatten dieses Amt mit Hingabe pflichtbewusst ausgeführt. 1954 hat der damalige Pfarrer Franz Löcker das Amt an Genovefa übergeben, die dabei lange Jahre von ihrem Bruder Alfons tatkräftig unterstützt wurde.