Einmal im Jahr ist die Wallfahrtskirche Maria Hilf berstend voll, und das schon seit vielen Jahren. Das Mariensingen am Vorabend des Festes der Aufnahme Mariens in den Himmel, das die Brüder Böck nun seit 17 Jahren organisieren, zieht die Menschen von nah und fern magisch an. Wenn dann auch noch ein begnadeter Retoriker wie Wiespfarrer, Monsigiore Gottfried Fellner die überleitenden Worte spricht, werden die Darbie­tungen zum tiefgehenden Erlebnis. Der Wies­pfarrer verstand in tiefgläubiger Überzeugung die Gäste zu der Gndenstunde bei der Mutter Jesu hinzuführen und sich von ihr ansprechen und mitnehmen zu lassen. Und so wurde auch das diesjährige Mariensingen mit sieben Musik- und Gesangsgruppen zum musikalischen Erlebnis mit ganz besonderem Tiefgang.

Eröffnet wurden die Darbietungen auf der Empore von den „Wildsteiger Weisenbläsern“. Ihnen folgte im Chorraum der Böbinger Drei­gesang mit dem Lied: „O Maria wir dich grüßen. Zwei junge und sehr reine Frauenstimmen mit einer schönen Tenorstimme bilden diese Gruppe, die auch als Böbinger Stubenmusik mit Zither, Klarinette und Gitarre für weitere, feine Ab­wechslung sorgten. Nach der Begrüßung durch Msgr. Fellner bot Angelika Linder mit dem „Bischofswiesner“ an der Harfe zarte und ge­fühlvolle Klänge. Es folgten Franz und Roland Böck zu Gitarrebegleitung. Sie baten Maria in dem Lied, „Wir ziehen zur Mutter“, Sankta Maria, erhör unser Flehen in jeglicher Not. Es folgten schöne volkstümliche Weisen der Böbin­ger Stubenmusik. Nun folgte die Jodlergruppe Hellengerst, zehn gestandene Mannsbilder mit einer glücklich harmonierenden Frauenstimme. Sie brachten mit “Sankta Maria” fein dosierte Klangfülle in das Marienjuwel und überzeugten mit reinen Stimmen. Den ersten Part ließ dann das Klarinettenduo Böck, Franz Böck mit Tochter Regina mit zarten Tönen ihrer Holzinstrumente ausklingen.

In seinen besinnlichen Betrachtungen ging Mon­signore Gottfried Fellner auf das Fest Maria Himmelfahrt ein. Mit dem heutigen Singen und Musizieren lassen wir uns mit Liedern und Weisen verzaubern und werfen den Blick auf ein Ziel, das uns in eine Fantasiewelt entrückt, ohne dass wir dabei die Bodenhaftung verlieren. Ein ewiges Ziel, das uns in freudige Erwartung ver­setzt. Diesen Worten folgten wieder die Wild­steiger Weisenbläser, bei deren feinem Klang diese Worte noch nachwirkend tiefer zu Herzen gingen. Zwei weitere musikalische Blöcke folg­ten, die allesamt durch reine und gekonnte Vorträge glänzten. Vor dem „Englischen Gruß“, a-kapella gesungen von Roland und Franz Böck, verzauberte noch die Jodlergruppe Hellengerst mit dem wunderschönen Jodlerlied „Bergan­dacht“ und vertiefte die andachtsvolle Athmos­phäre. Nach dem „Großen Segen“ von Wies­pfarrer Gottfried Fellner beendete langanhal­tender, stehender Applaus den großartigen Abend. Die freiwilligen Spenden der Besucher fließen wieder zur Hälfte an Sr. Bernadette Ebenhoch in Albanien und kommen der Erhaltung der Gnaden­kapelle von Maria Hilf zugute.