Aus der Pfarrei Zell, aus Pfronten, Nesselwang und Seeg waren sie am Mittwoch, den 22. Januar gekom­men, um für die Einheit der Christlichen Konfessio­nen zu beten. Es war eine lebendige und berührende Demonstration, wie Einigkeit in und mit den Nach­barpfarreien als globales Fundament gelebt und be­zeugt werden kann. Ortspfarrer Dariusz Niklewicz und sein evangelischer Amtsbruder aus Pfronten, Andreas Wasmer gestalteten den Wortgottesdienst überzeugend, der vom Kirchenchor Zell und dem Evangelischen Kirchenchor Pfronten festlich gestaltet wurde.

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wurde heuer von Kanada vorbereitet und stand unter der Frage: „Ist denn Christus zerteilt“? Pfarrer Wasmer erklärte, dass das Wort Kanada zu deutsch „Dorf“ heißt. Somit sei das Christentum im Miteinander und Zusammenhalt als großes globales Dorf anzustreben und zu verwirklichen. Deshalb richteten die Besucher den Blick symbolisch in alle vier Himmelsrichtungen. Der Osten stehe für die aufgehende Sonne, der Süden für Wärme und Leben, der Westen für Regen und für Wasser, das alles Leben erst ermöglicht und der Norden für Kälte, Kraft und Ausdauer. Beim Blick nach oben erinnerte der Pfarrer an das Licht und Gottes Odem und an unserer Vergänglichkeit wurde beim Blick auf die Erde gedacht, da wir alle zu Mutter Erde zurückkehren müssen. Nach diesem besinnlichen Akt erklang vom Evangelische Kirchenchor Pfronten das Lied: „Meine Seele ist Stille“.

Kernaussage des tiefgründigen Gottesdienstes war, dass wir unsere Kraft nicht mit Auseinandersetzungen vergeuden, uns dagegen am Vorbild Jesu orientieren. Die Mitmenschen nicht als Rivalen, sondern als Freunde in einer großen Gemeinschaft sehen. Solche Einigkeit wurde am Schluss auch beeindruckend demonstriert, als sich alle Besucher im großen Kreis aufstellten, sich die Hände reichten und gemeinsam den Kanon „Dona Nobis Pacem“ erklingen ließen, der vom Kirchenchor Zell angestimmt wurde. Anschlie­ßend trafen sich viele noch zum geselligen Plausch im Burghotel Bären.