Ich finde es toll, dass ich jetzt mehr darüber erfahren habe, wie man früher auf Burgen gelebt hat, sagte die zehnjährige Julia aus Eisenberg bei der Vorstellung des Kinderburgen-führers für die Ruinen Eisenberg und Hohenfreyberg an der Grundschule in Speiden. Über drei Jahre hatten sich Bur-genforscher Dr. Joachim Zeune und der Lehrer Martin Einsiedler mit dem Heftchen beschäftigt. Es stellt nach Dr. Zeune das erste Projekt dieser Art dar. Das Besondere daran sei, dass man den kleinen Gästen des Schlossbergs ein Bild vom Mittelalter vermitteln wolle, und zwar so, wie es wirklich war. In vielen Köpfen habe sich die Vorstellung eines finsteren Zeitalters mit Ritterschlachten, Burgenbelagerun-gen und Ker­kern festgesetzt. Viele dieser abenteuerlichen Fan­tasien seien aber falsch, erklärte der Burgenfach­mann. Der 44-seitige Burgenführer wird Ostall­gäuer Schulen als Lehrmittel zur Verfügung gestellt. Er kann auch in der Gemeinde Eisenberg erworben werden.

Bei beiden Autoren geht die Faszination für Burgen zurück auf ihre Kindheitstage. Später, so Joachim Zeune, habe er alles studiert, was es zum Mittelalter gab. An Ritterspiele und Schatzsuche auf den beiden Ruinen erinnert sich auch Martin Einsiedler. Das Zusammentreffen mit Zeune habe ihm die Augen geöffnet und als Lehrer sei es ihm wichtig, seinen Schülern ein realistisches Bild zu vermitteln.

Bei der Vorstellung des Kinderburgenführers war auch Schulrat Eduard Gapp anwesend. Er bezeich­nete den Burgenführer als tolle Ergänzung für den Unterricht und Lehrplan, schließlich seinen die Burgruinen Ausflugsziel für Kinder aus dem ge­samten Landkreis.

Die Leiterin der Grundschule, Angelika Martin betonte, dass der Führer für die Kinder entstanden sei. Damit könne man die Wahrheit erfahren, wie das Leben auf den Burgen wirklich war. Dies meinten auch mehrere Kinder bei der Präsentation in der Schule. Denn die Protagonisten des Buches sind Maria und Bertold von Hohenegg, sie waren die Kinder des Erbauers der Burg Eisenberg und erzählen im Heft vom Alltag während im Mittel­alters. Mehr noch über die Burg Hohenfreyberg erfährt man aus Sicht des Ritters Friedrich von Freyberg.

Für beide Ruinen haben die Autoren einen Rund­gang mit Fotos zusammen gestellt, sodass Besu­cher des Schlossbergs die Ruinen aus einer ande­ren Perspektive kennen lernen können. Der Prä­sentation verliehen die Kinder der „von Freyberg-Schule“ mit einem Liedbeitrag einen festlichen Rahmen. Lehrer Hans Berktold hatte mit den Kindern das Eisenberger Heimatlied einstudiert, das Albert Guggemos in den 1970er Jahren geschrieben hatte. Und so sangen die Kinder mit Begeisterung: „Eiser Hoimat, des ischt Eiseberg, mit m Schlossberg stolz und schea, d´Ruina und de Drachekopf, die sieht ma vo weit hea……….“