Mit den Jubiläumsvorstellungen der Eisenberger Kisten-kramer übertrafen sich diese wieder einmal selbst. Auch nach zwanzig Jahren brachten sie immer wieder pfiffige Gags auf die Bühne, die durch Spielfreude und fesselne Mimik die Besu­cher in ihren Bann zogen und die Lach-muskeln aufs höchste strapazierten. Gekonnte, kurzatmige Moderationen, passende Bildeinblendungen per Power Point durch Alfred Guggemoos und gute Beschallung verliehen den Aufführungen geniale Perfektion. Und dass die Darbietungen kurz nach 23 Uhr beendet waren, empfanden die Besucher als abrundenden Pluspunkt.

Anbindend an die großen Fernsehshows mode­rierten Flo-rian Silbereisen und Helene Fischer, gekonnt dargestellt von Wolfgang Martin und Christine Truppke, den ersten Teil des heiteren Abends und versprachen eine atemlose Nacht. Dann kündigten sie Wellnes auf Eisenberger Art an. Weil die Gäste aus China statt im Wellneshotel beim Zipfelwirt gelandet waren und die Wirts­leute sich die zusätzliche Einnahme nicht entge­hen lassen wollten gabs hier heiter turbulente Szenen. Vier Damen verrieten dann ihre Allein­seinprobleme, da die guten Männer immer schon vergeben und die anderen arm sind. Nun kündigte die Moderatorin zwei junge Sachsen an. Sie wollten in Bayern mit zwei hübschen Mädels anbandeln, glaubten aber, dass sie wegen ihres Dialekts keine Changsen bei den Mädels haben. Abhilfe schaffte ein neuartiges Spray und schon sprachen sie Bayrisch. Als sich herausstellte dass die Mädels selbst aus Sachen waren gab es wieder viel zu lachen, denn Karl Friedl und Stefan Körbl mimten das Sächsische genial nach. Dass es sehr schwierig sein kann, gute Vorsätze durchzu­halten, spielten ebenfalls Stefan Körbl und Philipp Kössel mit unglaublicher Mimik. Als Hinweis auf das diesjährige Eisenbergtreffen in der Burgengemeinde gabs zur Einstimmung schon mal eine Probeverkostung zweier Wein­someliers, die dem Tropfen alle Geheimnisse des Erzeugers entlocken konnten, reizend gespielt von Felix Abraham und Philipp Kössel. Nun folgte ein mitreißender Auftritt der Band Dieter Thomas Kuhn, der Zillertaler Schürzenjäger und von Spider Murphy Gang. Original gekleidet und mit perfektem Bewegen rissen sie das begeisterte Publikum restlos mit.

Lokale Ereignisse in und um Eisenberg wurden aus heiterer Sicht und mit Bildern untermalt beleuchtet. So war zu erfahren, dass vor der Käse­rei Weizern ein Ufo gelandet sei, dass Hubert Schmied bald ganz Füssen regiert und dass man im Hopferauer Dorflädele auch alle aktuellen Neuigkeiten erfahren kann, die vorher nur über den Friseursalon an die Leute kamen. Mit sagenhafter Aerobic, getanzt vom überzeugenden Spielernachwuchs, wurde das Fitnesprogramm der Eisenberger Floiansjünger gekonnt demons­triert. Der zweite Teil des Abends wurde von Marianne Kössel und Edith Guggemos in ebenfalls lockerer Manier moderiert.

Nach 40 Jahren unter Franz Abt sucht der Männerchor nun einen neuen Dirigenten. Bei der Suche meldete sich Gotthilf Fischer Junior, ein verhauter Pankertyp, der die Sänger-gilde auf­peppen wollte, aber jämmerlich scheiterte. Und so lautete das Credo musikalisch: “Franz bleib do, den Nuie woll mer it”. Viele Lachtränen gabs, als sich ein leicht miefender Allgäuer einem Sprachkurs unterzog. Als “stin-kiger Bschüttlochtaucher” tituliert, wurde er von Julia Truppke einer unsanften Waschaktion unterzogen. In einer Paraderolle präsentierte sich erneut Martin Kössel als der Hl. Chrispinius, dem einsame Frauen knieend ihr Leid und ihre Sorgen anvertrauten, um einen Mann zu bekom­men.

Was wäre eine Jubiläumsveranstaltung ohne Highligts aus vergangenen Jahren. Und so wurden Höhepunkte, an die sich jeder gerne erinnerte, in abgewandelter Form erneut zum Besten gegeben. So wurde die “Schönheitskönigin von Schneizel­reuth”, als Stripptänzerin von Eisenberg, ebenfalls von Klement Nigg dargestellt, neu präsentiert und lustig gespielt. Wolfgang Martin bestach allein als Duo, halbseitig Mann, halbseitig Frau mit gran­diosen Stimmen von Mann und Frau. Den abolu­ten Höhepunk des ganzen Abends lieferte das “Dinner vor one”, wo Miss Sophie (Stefan Weiß) mit den längst verstorbenen Legenden Hans Moser, Heinz Rühmann, Heinz Erhard und Rudi Carell dinnierte. In unübertroffener Art spielte Karl Friedl den betrunkenen Battler und verstand es sogar, die Stimmen gut zu imitie-ren. Nach dieser Glanzdarstellung begaben sich alle Mitwir­kenden zum Fiale auf die Bühne und nahmen den aus tiefstem Herzen kommenden Schlussapplaus dankend entgegen.