Wie in all den Jahren zuvor besuchten den Viehscheid in Zell am Samstag, den 19 September wieder sehr viele Menschen aus nah und fern, die die Dorfstraße säumten und die Schumpen mit Begeisterung am Dorfbrunnen in Empfang nah­men und auf den Scheidplatz begleiteten. Die Besucher wurden schon vorher bis zum Eintreffen des Alpviehs von den Eisenberger Alphornbläsern auf das besondere Ereignis eingestimmt. Dann zog die Musikka-pelle Eisenberg unter der Stabführung von Markus Brenner mit den zwei wunderschön geschmückten Kranzrindern zum Scheidplatz beim Burghotel Bären. Hier herrschte dichtes Gedränge der vielen Schaulustigen, die mit Foto- und Filmkameras das Geschehen fest­hielten. Nachdem auch die übrigen ca. 70 Schum­pen zu den Klängen der Musikkapelle von den Treibern in die angrenzende Wiese geleitet waren, konnte das fröhliche Feiern mit Speis und Trank beginnen. Das erste Kranzrind wurde heuer nicht vom Alphirten Gast, sondern von Alpmeister Martin Kössel geführt, nachdem er den Posten des Alpmeisters nach 27 Jahren abgibt. Ansonsten lief der Eisenberger Viehscheid wie alle Jahre bei idealem Wetter ohne großen Kommerz familiär und wie gewohnt auf dem Bärenparkplatz bei bester Versorgung ab.

Herrlich geschmückte Kranzrinder

Die Hirtenfamilie Gast hatte auch heuer wieder mit den zahlreichen Helferfrauen der Alm- und Weidegenossen-schaft beste Arbeit geleistet. Und so waren die zwei Kranzrinder als Fotomodelle, geführt von Alpmeister Martin Kössel und Mi­chael Gast heiß begehrt und gefragt. Für die gute Betreuung des Alpviehs bedankte sich Bürger­meister Manfred Kössel, der mit namhaften Persönlich-keiten wie dem Chef des Landwirt­schaftsamtzes Kempten Dr. Alois Kling und Amtsvetrenär Dr. Franz Götz sowie dem Vizebürgermeister von Pfronten, Manfred Sebold, Altbür-germeister Stapf und Pfarrer Dariusz Nik­lewicz den Tisch teilte. Er nannte den diesjährigen Alpsommer eine besondere Herausforderung für den Hirten, weil auf Grund der Hitze schädliche Mücken bei vielen Schumpen Augenkrankheiten verursacht hätten, die bei Nichterken-nung zu völ­liger Blindheit führen. Diese schwierige Situation hätten Alphirte und Alpmeister in ständiger Zu­sammenarbeit mit dem Tierarzt hervorragend gemeistert.

Für die Alm- und Weidegenossenschaft über­reichte Martin Kössel einen Blumenstrauß an Brigitte Gast und Ludwig Brenner an Alphirte Seppi Gast eine Kuhschelle für zehn Sommer beste Betreuung des Vieh auf der Schlossbergalm. Gast bedankte sich mit großem Lob für den scheidenden Alpmeister, mit dem es in den zehn Jahren als Alphirte nie Streit gab und er immer einen guten Kompromiss finden konnte. Eine weitere Kuhschelle überreichte die Fa. Brand­schutz Triltsch aus Füssen für viele schöne Stun­den auf der Schlossbergalm und noch eine schöne Schelle händigte Adelbert Zech vom Feierabend­stammtisch auf der Schloss-bergalm dem Wirte­paar Gast aus. Die Musikkapelle Eisenberg unter­hielt die zahllosen Besucher glänzend und auch Ansager Thomas Heiserer kam beim Puplikum bestens an. Am Nachmittag gab es noch ein lustiges Sackschlagen, aus dem Michael Gast vor Marius Abraham und Simon Brenner als Sieger hervor ging. Und nachdem das Wetter wieder so großartig mitmachte, wird auch der Zeller Vieh­scheid 2015 allen Besuchern wieder in bester Erinnerung bleiben.