BURGENMUSEUM EISENBERG

Burgenmuseum Eisenberg

Nachdem die Erhaltungsmaßnahmen auf der Ruine Eisenberg immer mehr Funde zu Tage förderten, entschloss sich der Burgenverein Eisenberg zusammen mit der Gemeinde zur Einrichtung eines Burgenmuseums in Zell. Es wurde am 19. Mai 1985 eröffnet.

Am 21. Mai 2017 konnte das nach neuen museumspädagogischen Konzepten neu gestaltete Museum der Öffentlichkeit übergeben werden.

In fünf Themenräumen und einem Medienraum werden die Forschungsergebnisse rund um die Burgen Eisenberg und Hohenfreyberg präsentiert.

Anhand ausgewählter Grabungsfunde und bildhafter Inszenierungen werden u. a. der Bau und Niedergang von Burg und Rittertum informativ und anschaulich erläutert.

Die Ausstellung ist mit speziellen “Kinder-Stationen” für Groß und Klein ein lohnender Besuch.

Wir danken der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern für die Beratung beim weiteren Aufbau unseres Museums und für die Bilder.

Geschichte der Burg Eisenberg

Bildnachweis: Paul Höhenberger

Erstmals tauchte die Burg gesichert im Jahr 1340 als Isenberch auf.
Sie befand sich damals in Händen der Edelfreien von Hohenegg, einem bedeutenden Westallgäuer Adelsgeschlecht. Historische Erwägungen sprechen für eine Erbauung der Burg in den Jahren um 1315, denn im frühen 14. Jahrhundert gerieten die nahe Vils und Pinswang auf den Burgen Loch und Vilsegg residierenden Hohenegger in gewaltige Auseinandersetzungen mit den expansiv ausgreifenden Tiroler Landesfürsten.

Nachdem die Hohenegger gemeinsam mit den Grafen von Montfort-Bregenz den Nordosten Tirols verwüstet hatten, nahmen die Tiroler kurz vor 1315 die strategisch hervorragend gelegene Höhlenburg Loch gewaltsam ein. Peter von Hohenegg reagierte auf den Verlust seiner Burg, indem er einige Kilometer nach Norden zog und in Sichtweite der Tiroler Burg zu Pfronten (Falkenstein) eine Herrschaft schuf, deren Zentrum eine unübersehbare, gewaltige Mantelmauerburg bildete.

Die wuchtig und dynamisch aufsteigenden Mauermassen der neuen Burg sind allein durch ihren Zweck, dem spektakulären Falkenstein eine ebenbürtige Burg gegenüber zu stellen, zu erklären und zu verstehen.

Die wuchtig und dynamisch aufsteigenden Mauermassen der neuen Burg sind allein durch ihren Zweck, dem spektakulären Falkenstein eine ebenbürtige Burg gegenüber zu stellen, zu erklären und zu verstehen.

1382 verkaufte Bertold von Hohenegg Burg und Herrschaft an Herzog Leopold III. von Österreich, der nach dem Tod Bertolds dessen Schwiegersohn Friedrich von Freyberg um 1390 mit Burg und Herrschaft belehnte. Durch den Erwerb der Herrschaft Eisenberg besaßen die Österreicher nun eine Besitzenklave auf schwäbischem Boden.

1525 wurde die Burg im Bauernkrieg kurzfristig von den Bauern besetzt und beschädigt. Zehn Jahre später verbaute Werner Volker von Freyberg-Eisenberg deren Entschädigungszahlungen an der Burg, die nun prächtiger ausgestattet wurde. Am 15. September 1646, kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges, wurde Eisenberg gemeinsam mit Hohenfreyberg und Falkenstein von der Tiroler Landesregierung im Zuge einer “Politik der verbrannten Erde” niedergebrannt und blieb seitdem Ruine. Ab 1980 konnte der örtliche Burgenverein mit großem Engagement das inzwischen in Gemeindeeigentum übergegangene Gemäuer vor dem gänzlichen Verfall retten.

Geschichte der Burg Hohenfreyberg

Bildnachweis: Paul Höhenberger

Hohenfreyberg ist nicht nur eine der malerischten und besterfoschten Burgruinen Deutschlands, sondern darüber hinaus auch eine der allerletzten Burgneubauten im mittelalterlichen Stil.

Ihr Bauherr Friedrich von Freyberg-Eisenberg zu Hohenfreyberg, ältester Sohn des Besitzers der Burg Eisenberg, errichtete sie 1418 bis 1432 in einer spektakulären Höhenlage bewusst im Stil der stauferzeitlichen Burg.
Sein Neubau sollte sich in den Zeiten des ritterlichen Niedergangs als unübersehbares Bollwerk gegen den Lauf der Zeit stemmen und alte Ritterherrlichkeit verherrlichen. Über diesem ehrgeizigen Unterfangen musste die Familie verarmen und die winzige Herrschaft samt Burg kurz vor 1485 an Österreich-Tirol veräußern.

Es erfolgte 1485 – 1503 unter dem wohlhabenden Augsburger Pfandherrn Georg Gossenbrot der 2000 Rheinische Gulden teure Ausbau zu einem zeitgemäßen Wehr- und Wohnbau, den die rebellierenden Bauern 1525 nicht einnehmenen konnten.

Noch 1607 – 1609 verstärkte die Tiroler Landesregierung die Wehrhaftigkeit, nur um 1632 dann alle Geschütze zur Verteidigung des Fernpasses nach Ehrenberg abzuziehen.

Schließlich musste man 1646 die entfestigten Burgen Eisenberg, Hohenfreyberg und Falkenstein selbst in Brand stecken, damit sie der Feind (Schweden und Franzosen) nicht als militärische Stützpunkte aktivieren konnte. Seitdem blieb die malerische Ruine dem Verfall überlassen. 1995 und 2005 wurde die Burgruine sorgfältig erforscht, mustergültig konserviert und schonend dem Kulturtourismus erschlossen.

Öffnungszeiten

Das Museum ist geöffnet an jedem Samstag, Sonntag und Feiertag von 14 – 17 Uhr und während der Sommerferien zzgl. Mittwoch 14.00 bis 17.00 Uhr.

Eintrittspreise

Erwachsene 2,50 €, Kinder (bis 14 Jahre) frei

Gruppen (ab 10 Personen) 2 € pro Person

mit Gästekarte / südliches Allgäu: € 2,00
mit Königscard freier Eintritt

(Besuche außerhalb der offiziellen Öffnungszeit zusätzlich 20 € Benutzen Sie bitte unser Kontaktformular!)

Adresse

Dorfstraße 12, 87637 Eisenberg

Kleiner filmischer Vorgeschmack auf unser Museum

Virtueller Rundgang

Besuchen Sie das Burgenmuseum Eisenerg virtuell – Klicken Sie auf das untenstehende Logo, um den virtuellen Rundgang zu beginnen.

Der Rundgang ist in Sequenzen aufgeteilt und Sie entscheiden selbst, in welche Richtung es als nächstes gehen soll. Halten Sie hierfür am PC die linke Maustaste gedrückt und ziehen sie die Maus in die gewünschte Blickrichtung. Weiter geht es mit einem Mausklick auf die entsprechenden Markierungen. Auf dem Handy einfach wie gewohnt wischen und auf die Markierungen drücken. 
Viel Spaß beim virtuellen Besuch unseres Museums!

Burgenpartnerschaft Allgäu-Außerfern (Evs 44)

Es soll eine grenzüberschreitende Partnerschaft von Erhaltern von Burganlagen aufgebaut werden, die sich nachhaltig mit einem gemeinsamen Leitbild, Zielsetzungen und Maßnahmen beschäftigt.

Im Raum Allgäu – Außerfern gibt es zahlreiche Burgen bzw. Burgruinen und Burgenanlagen. Diese Anlagen gelten als bedeutsames historisches Erbe, das sowohl den Einheimischen, dabei insbesondere Kindern und Jugendlichen, als auch Gästen in zeitgemäßer Form nähergebracht werden soll. Bei manchen dieser Anlagen ist nur mehr sehr wenig zu sehen, bei anderen ist es gelungen, sie zu Besuchermagneten zu machen. Auf Allgäuer Seite bildete sich in den letzten Jahren bereits ein Zusammenschluss von über 30 Burgen und deren Partnern. Darauf aufbauend soll nun eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit möglichst vielen Burgenerhaltern erreicht werden.

Auf beiden Seiten der Grenze gibt es bereits sehr bekannte als auch weniger bekannte Burgen bzw. Burgruinen und Burgenanlagen. Durch einen Zusammenschluss kann es gelingen, sich im Kulturtourismus als grenzüberschreitende Burgenregion zu positionieren. Ein Mehrwert wird darüber hinaus gesehen im Voneinander-lernen, im Nutzen von Effizienzvorteilen bei der Erarbeitung von Informations- und Marketingtools sowie in der gegenseitigen Bewerbung.

26 assoziierte Partner – diese sind die Erhalter der Burgen im Allgäu und Außerfern: Bad Grönenbach, Kronburg – Illerbeuren, Mindelheim, Füssen, Hopferau, Kaltental, Kaufbeuren, Nesselwang, Pfronten, Schwangau, Seeg, Altusried, Betzigau, Burgberg, Durach, Immenstadt, Kempten, Sonthofen, Sulzberg, Waltenhofen, Weitnau und Wilpoldsried sowie Reutte, Pinswang und Vils.

Leadpartner: Gemeinde Eisenberg

Projektpartner: Burgenwelt Ehrenberg

Förderprogramm: Interreg Kleinprojekte

Projektkosten: € 23.677,50

www. burgenregion.de

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