Als Geschichts- und Heimatforscher ist Bertold Pölcher längst weit über Eisenberg hinaus bekannt und geachtet. Er hat sich mit Leib und Seele der Erforschung unserer Heimat verschrieben, bedauert aber, dass in Eisenberg sehr wenig aus dem Mittelalter erhalten ist. Aus der Zeit vor 1691 sind keine Dokumente der Herrschaft Hohenfreyberg erhalten, sie gingen im Lauf der Jahrhunderte verloren, sind abhanden gekommen oder nur sehr lückenhaft erhalten. So mußte Pölcher für die Hausgeschichte Eisenberg das „Seelbuch“ der Pfarrei Zell durchackern, das sich aber auch nur teilweise als stichhaltig erwies. Zuverlässige Daten fand der rührige Hobbyforscher schließlich in den Archiven in Augsburg. Die Eintragungen der Herrschaft Hohenfreyberg, die Pölcher hier vorfand, machten zuverlässige und stichhaltige Aufzeichnungen möglich. Die Erkundung dieser Schriftstücke, sowie der vom Innsbrucker Archiv, hatten die nun wesentlich bessere Erforschung der Burgruinen Hohenfreyberg und Eisenberg ermöglicht, an der Pölcher maßgeblich beteiligt war.
Nun hat sich der Pädagoge der Erforschung der einzelnen Ortsteile der Gemeinde Eisenberg verschrieben. Nach Unterdolden liegt jetzt auch die Hausgeschichte von Schweinegg komplett und gebunden vor, die er in Zusammenarbeit mit Josef Berkmiller vom gleichnamigen Landhaus erstellt und zusammengetragen hat. Hier sind alle Daten und Namen lückenlos bis ins 17. Jahrhundert zurück erfasst und können nachgelesen werden. Das Werk umfasst 57 DIN A4 Seiten und liegt im Rathaus in Eisenberg zur Einsichtnahme aus. Es enthält auch interessante Details von der einstigen Mühle in Schweinegg, der Käserei und dem Schlossweiher und dürfte für alle, auch ehemalige Schweinegger, von hohem Wert und ganz besonderer Bedeutung sein.