Geschichte der Gemeinde Eisenberg

Mittelalter mit den Ruinen

geschichte-01Als größte Adelsherrschaft bildete sich im Füssener Land die Herrschaft EISENBERG. Das Gebiet kam 780 durch eine Schenkung durch Hildegard von Kempten, der 3. Gemahlin Karls des Großen an das Kloster Kempten. Mittelpunkt der Herrschaft wurde die um 1100 erbaute Burg Eisenberg. Das Kloster vergab die Herrschaft als Lehen. Die Herrn v. Hohenegg auf Vilsegg hatten die Burg 1340. Berktold v. Hohenegg verkaufte die Burg 1382 an Herzog Leopold v. Österreich. Bereits kurze Zeit später vergab er die Herrschaft als Nachlehen an Friedrich v. Freyberg zu Angelberg. Die ursprünglichen Lehensrechte des Klosters Kempten gingen aber bald an Österreich über. Um 1415 wurde die Herrschaft Hohenfreyberg von Eisenberg abgetrennt und 1467 die Herrschaft Hopferau.

Peter v. Freyberg erhielt Eisenberg, Sigmund v. Freyberg bekam Hopferau. 1805 bekam Bayern mit Tirol auch beide Herrschaften, die Besitzer (nach 2 Verkäufen) verloren gegen Abfindung mit der Eingliederung in das Land Bayern ihre noch zustehenden Rechte.

Bei Hohenfreyberg verlief die Geschichte etwas anders. 1481 verkaufte Georg v. Freyberg an Erzherzog Sigmund v. Österreich. Die Burg wurde mehrmals an reiche Patrizier und Bürger verpfändet.

1714 kauften die Freiherrn v. Freyberg-Eisenberg auf Runau das Pfandrecht. 1791 löste Österreich das Pfandrecht ab. Im Frieden von Preßburg kam Hohenfreyberg 1805 zu Bayern.
Im Burgenmuseum erfahren Sie mehr über die Ruinen.

Malefiz-Stein

geschichte_002Im Juni 2005 wurde der Vorletzte von elf Grenzsteinen aus dem 16. Jahrhundert durch Zufall gefunden. Der jetzt aufgefundene Stein trägt die Nr. 11. Nun fehlt nur noch die Nr. 1. der elf Malefizsteine, die einst die Gerichtbarkeit der Freyberger, den “Blutbann”, eingrenzten. Darunter versteht sich die Gerichtsbarkeit über Leben und Tod, die nur für Taten innerhalb dieser Grenzsteine von der Herrschaft erfolgen durfte.

Der Name “Malefiz” leitet sich aus der lateinischen Bezeichnung Maleficium ab und steht für “Untat”. Im Vertrag von 1582 wurde den Hohenfreybergern der Blutbann zuerkannt. Da dieser nach außen jedoch streng abgegrenzt war, wurden mächtige Grenzsteine gehauen und in den Boden gesetzt, die dann “Malefizsteine” bezeichnet wurden. Sie sind im quadratischen Grundriss von 27 x 27 cm gemeißelt, haben oben einen Radius und tragen jeweils auf einer Seite das Wappen des Bischofs von Augsburg mit den Insignien “SA” für “Stift Augsburg” und auf der Gegenseite das österreichische Wappen mit den Buchstaben “ER” für “Erzfürstliches Reich”, die damalige ehrenvolle Bezeichnung für Österreich. Jeder Grenzstein enthält die Jahreszahl 1582 sowie eine fortlaufende Nummer von 1 bis 11.

Die Freyberger hatten wohl mit dem Blutbann und der damit verbundenen Gerichtsbarkeit wenig Freude, denn sie tauschten dieses Recht nach geraumer Zeit beim Bischof von Augsburg gegen ein Mitjagdrecht ein und wurden so Nutznießer des reichlichen Wildbestands.